Der medizinische Fortschritt und eine allgemein erhöhte Lebensqualität, sind ein Garant für eine höhere Lebenserwartung. Bereits heute liegt das durchschnittliche Lebensalter eines neugeborenen Kindes bei etwa 78 Jahren. Eine höhere Lebenserwartung führt jedoch zwangsläufig auch eine ansteigende Pflegebedürftigkeit, proportional zum Anstieg der älteren Bevölkerungsschicht, mit sich.
Auch kann sich eine höhere Lebensqualität negativ auf die Zahl der Pflegebedürftigen auswirken. Vor allem sogenannte Wohlstandskrankheiten, wie z.B. Diabetes, werden stärker Einzug in unsere Gesellschaft halten. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in einer übermäßigen oder ungesunden Ernährung, mangelnder Bewegung, sowie dem Konsum von Tabak und Alkohol. Die Zahl der durch Unfall oder Krankheit pflegebedürftig gewordenen Personen wird während dessen relativ konstant bleiben.
Im Jahr 2005 waren bereits rund 2,3 Mio. Menschen laut dem Sozialgesetzbuch in Deutschland pflegebedürftig. Die Zahl der häuslichen Pflegedienste betrug etwa 11.000. Der Aufgabenbereich der häuslichen bzw. der ambulanten Krankenpflege liegt in der medizinischen, sowie hauswirtschaftlichen Versorgung der pflegebedürftigen Person.
Gerade diese Art der Pflege zuhause wird enorm an Bedeutung gewinnen, da die Pflege zuhause wohl im Interesse der betroffenen Personen liegt. Natürlich wird aber auch die stationäre Pflege an Bedeutung zunehmen. Der ausschlaggebende Faktor dabei wird der Gesundheitszustand des Patienten sein. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit sich von engen Bekannten oder Familienangehörigen pflegen zulassen und dafür finanzielle Unterstützung zu beantragen. Genauere Informationen darüber sind im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) nachzulesen.
Eine weitere Möglichkeit der Pflege, gerade im Alter, ist die Pflege in einem Heim oder in einer ähnlichen, jedoch sehr viel komfortableren, Einrichtung, wie dem Seniorendomizil bzw. der Seniorenresidenz. Diese Einrichtungen sind demnach speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet und bieten daher in den meisten Fälle eine optimale medizinische, häusliche und soziale Versorgung. So z.B. können auch Personen mit besonderen Alterskrankheiten, wie Demenz, bestmöglich betreut werden. Ein sehr wichtiger Punkt aller Bereiche der Pflege ist es auch, dem Betroffenen, ein höchst mögliches Maß an Selbstbestimmung zu erhalten.
Eine wichtige Frage ist jedoch, ob in Zukunft für jede pflegebedürftige Person eine ausreichende Versorgung gewährleistet werden kann. Bereits heute besteht ein großer Mangel an Nachwuchs bei den Pflegediensten. Derzeit wurde wird von der Regierung eine Initiative ins Leben gerufen, auch Hauptschülern den Einstieg in den Pflegesektor zu ermöglichen. Dadurch soll diesem Mangel an Pflegepersonal entgegen gewirkt werden. Insgesamt muss der Beruf der Pflege ob in einem Heim oder in einem Pflegedienst jedoch attraktiver für junge Leute gestaltet werden. Natürlich müssen Menschen die sich um andere Menschen kümmern auch eine gewisse soziale Verantwortung mit sich bringen.
Alles in allem muss man aber bedenken das Statistiken keine genauen Vorraussagungen treffen können und daher auch nur in der Lage sind eine gewisse Tendenz der Entwicklungen aufzuzeigen.